Hilfseinsatz Flüchtlingskrise

Ich war letzte Woche für einige Tage in Rosenheim im der Registrierungsstelle für Flüchtlinge im Einsatz.

2015-09-29_Unterstuetzung-MHW
Ein Teil des @Fire Teams von letzter Woche

Der Einsatz selbst kam über @Fire: Wir haben unsere Partnerorganisation MHW (Medizinisches Katastrophen-Hilfswerk Deutschland) personell mit Rettungssanitätern und Rettungsassistenten unterstützt. Aufgabe war das medizinische Screening der eintreffenden Flüchtlinge - Wir haben sie auf Krankheiten untersucht und medizinische Sofortmaßnahmen durchgeführt. Hier geht's zum Beitrag auf der @Fire Seite dazu. Soweit die Rahmenbedingungen.

Ich halte die aktuelle Flüchtlingswelle für eine der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit. Europa erlebt den größten Zustrom an Flüchtlingen seit dem zweiten Weltkrieg - und reagiert darauf. Zum einen ist ein unheimlicher rechts-populistischer Drang feststellbar, der mir große Sorgen macht. PEGIDA und andere hirnrissige Bewegungen instrumentalisieren hier bewusst die Angst und Furcht vor Leuten zu ihren eigenen Zwecken.
#RefugeesWelcome und ähnliche Slogans vertreten da die Gegenseite, auf deren Seite ich mich eher einordnen kann: in erster Linie vertrete ich die humanitäre Seite. Und genau das ist es, was diese Leute auch brauchen: Das Prinzip Menschlichkeit. Die Ursachen für die schreckliche Lage in der sich diese Menschen befinden, sind vielschichtig und haben unter anderem auch mit einer durch viele Kriege destabilisierten Lage der Region zu tun.

Das folgende Video gibt eine gute Beschreibung der Situation von Europa und der Flüchtlinge.

Wir schreiben Geschichte. Und es ist unser Handeln das bestimmt, wie sich die folgenden Generationen an eine der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit erinnern werden. Die folgenden Jahre werden in die Geschichtsbücher eingehen.

Zweifelsohne, Europa wird sich in den nächsten Jahren verändern. Wir leben bereits heute in einer pluralistischen Gesellschaft (ich meine das im politischen, wie auch im philosophischen und gesellschaftlichen Aspekt), die es vom sozialen und finanziellen Standpunkt aus leicht ertragen könnte, alle 4.3 Millionen syrischen Flüchtlinge aufzunehmen. Wer Angst vor den Kosten hat, dem sei mal vor Augen geführt, für welche anderen Projekte wesentlich mehr Geld ausgegeben wird. Hier geht es um Menschen, die bereit sind, sind in unsere Gesellschaft eingliedern, zu Arbeiten, Abgaben zu tätigen und sich anzupassen.

Lasst uns das Bestmögliche aus der ganzen Krise machen. Jedes gute Wort, jede Abgabe und jeder Spielstunde mit Flüchtlingskinder zählt!
Der Mensch ist im Grunde Gut, nur muss man ihn hin und wieder daran erinnern 🙂

  Flüchtlinge und Internet

*seufz* Es gibt Weltanschauungen, die einfach nicht sterben wollen. Für alle diejenigen, die das Internet nur als Katzenbilderdatenbank sehen, habe ich Neuigkeiten: Digitale Medien stellen oftmals die einzige Kommunikationsmittel dar, wie verstreute Leute mit ihren Familien kommunizieren können. Ein Telefonat nach Syrien ist schlichtweg nicht mehr leistbar, weil zu teuer. Digitale Medien sind überall abrufbar und ermöglicht es Menschen über weite Strecken relativ preiswert zu kommunizieren.
Wer würde das nicht wollen? Nach einer tausende Kilometer langen Reise, seinen von getrennten Eltern mitteilen wo man gerade ist, oder wie es einem geht. "Ich habe es nach Europa geschafft, es geht mir gut. Wir werden uns bald wiedersehen". Kommunikation ist Leben. Das ist der Grund, warum bei vielen Flüchtlingen die Forderung nach Internet ziemlich schnell nach Essen und Wasser kommt. Weil Kommunikation ein grundmenschliches Bedürfnis ist.
Daher ist es auch wichtig, diese Leute dabei zu unterstützen! Die Thematik wurde schon auf dem CCCAmp 2015 diskutiert und wird in letzter Zeit auch aktiv angegangen. Diverse Freifunker bauen Funknetzwerke auf, damit diese Leute Zugriff auf das Internet haben.

Siehe dazu

Diese Krise ist noch nicht vorbei

Ich kann nicht abschätzen, wie es weitergeht, jedoch denke ich, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Wir können uns schonmal darauf vorbereiten, dass der Menschenstrom nicht so schnell nachlassen wird und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Ein Ausbau der bürokratischen Strukturen zur schnelleren Abwicklung von Asylanträgen beispielsweise.

Links

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