Okay, den erste Reifenwechsel hinter mich gebracht. Puhh, das war anstrengend.
Das war wahrscheinlich mein bisher stressigster Reifenwechsel. Dabei ist es an und für sich harmlos und wirklich nicht anders als mit einem nicht-elektrischen Auto. Doch sowohl das Auto wie auch ich waren beide gleichermaßen nervös, daher war das erste Mal etwas schwierig für uns beide :-)
Bisher habe ich noch bei jedem Auto den Reifenwechsel selbst erledigt und werde das auch weiterhin selbst erledigen. Und im Nachhinein kann ich sagen, dass der Reifenwechsel bei einem Elektroauto auch nicht anders ist, mit ein paar kleinen Detailunterschieden:
- Wirklich nur an den vorgesehenen Stellen mit dem Wagenheber ansetzen, ansonsten kann man die Batterie beschädigen. Die Stellen sind aber gut markiert.
- Vorder- und Hinterreifen können verschieden sein (!!)
Zunächst: Das Auto ist schwer. Zudem ist unsere Einfahrt etwas schrägt, und ich hab’ beim ersten mal gleich in der falschen Schräge angefangen. Von meinen früheren Autowechseln war ich es immer gewohnt, das Auto abzuschließen, damit nicht irgendjemand wegfahren kann (ja, ich bin paranoid). Das hat auch erstmal so gut funktioniert, bis auf etwa 3/4 der erfoderlichen Höhe plötzlich die Alarmanalage angegangen ist. Ich hab’ einen Höllen-Schrecken bekommen, aber klar: Das Auto denkt, es wird gestohlen. Also Auto aufgesperrt und mich etwas beruhigt. Okay, dann ging es weiter und ich musste mit dem Wagenheber höher gehen, als mir recht war (wegen der Schräge). Das Ding knarrt und macht Geräusche und mir war das echt nicht geheuer. Als ich ohnehin schon etwas angespannt war, aber die Höhe fast erreicht hatte, ging die Alarmanalage noch ein zweites Mal los. Klar - Das Auto hat sich mittlerweile wieder gesperrt, weil keine der Türen geöffnet wurde und dachte wieder “huch, ich werde gerade gestohlen, besser Alarm schlagen!”. Okay, nachdem ich nun zum zweiten Mal einen Schrecken bekommen habe, nachdem ich sowieso schon eher angespannt war, hab ich das Auto wieder abgelassen und neu geparkt. Dann aufgesperrt und die Fahrertür leicht offen gelassen (ja, ich bin paranoid x2).
So lässt es sich besser arbeiten, nun konnte ich das Auto problemlos anheben. Als ich gerade dabei war die alten Schrauben zu lösen hörte ich plötzlich wieder piepende Geräusche. Ich war nach wie vor angespannt und hab erstmal alles liegen lassen und mit kleinem Schrecken erstmal geschaut was ich denn nun schon wieder falsch gemacht habe … Ich fühlte mich während der ganzen Zeit sehr nervös, weil ich nichts falsch machen wollte und schon gar nicht etwas beschädigen, daher bin ich hochsensibel auf alle Warn- und Piepgeräusche. Ich denke das war nur eine “die Tür ist offen Warnung”, jedenfalls kam das noch ein paar mal im Verlauf, ansonsten konnte ich keinen Fehler oder Schaden oder Sonstwas entdecken. Die Anspannung jedoch blieb erhalten.
Der eigentliche Reifenwechsel war ereignislos und einfach. Auch ein Elektroauto ist nur ein Auto und das mit den Reifen ist da nicht anders.
Nachdem ich die ersten zwei Reifen gewechselt hatte, habe ich das Auto umgestellt, damit ich die andere Seite in der gleichen Schräge wechseln konnte. Während dem Umparken hörte ich ein komisches quietschendes Geräusch. Beim Einparken hat das Auto plötzlich eine Notbremsung eingelegt (??!?). Ich bin aus dem Auto gesprungen, habe alles kontrolliert, konnte aber nichts auffälliges entdecken. Ich hab’ das Auto dann vorsichtig wieder eingeparkt und weiter gemacht - “vielleicht ist nur der Reifendruck zu tief?” dachte ich mir.
Die zweite Seite ging problemlos, jetzt wusste ich schon was zu tun war. Das Piepen der Türe hat mich nochmals etwas aufgeschreckt, aber nicht so schlimm wie beim ersten mal. Abdeckhaube dran, Reifendruck nachstellen, prima.
Beim Ausparken war dann immer noch das quietschende Geräusch, allerdings nur von einer Seite. Nun nahm’ ich mir die Zeit die Situation genauer zu untersuchen. Mit etwas externen Hilfe haben wir dann festgestellt, das bei unserem Auto Vorder- und Hinterreifen verschieden waren, und ich die Vorder- und Hinterreifen auf der linken Seite vertauscht hatte! Das Geräusch war ein viel zu großer Reifen, der gegen die Seite drückte. Zum Glück bin ich nur etwa 10m sehr langsam gefahren beim Parken, das hätte sonst ins Auge gehen können. Das war es also was mir das Auto mit der Notbremsung sagen wollte.
Man kann hier deutlich den Anfängerfehler sehen, dass ich davon ausgegangen bin, dass alle Reifen gleich sind. So war es bei allen Autos mit denen ich bisher zu tun hatte - meine eigene Erfahrung hat mich hier definitiv fehlgeleitet. Der Hinweis, dass die eventuell verschieden sein könnten kam von meiner besseren Hälfte, die nich viel Erfahrung mit Reifenwechsel hatte, und daher nicht diese “Erfahrungsblindheit” hatte. Ein unvoreingenommener Blick von außen ist dann doch immer wieder hilfreich :-)
Nachdem die Reifen nun korrekt montiert worden sind, muss ich noch den neuen Reifendruck im Bordcomputer einstellen, ansonsten kann es sein, dass es nach einiger Zeit eine Warnung wegen zu niedrigem Druck gibt. So stellt sich das Auto auf die neuen Reifen ein und alles ist wieder gut.
Die ausgebauten Winterreifen wurden mit Kreide beschriftet, damit sie wieder an ihrem vorgesehenen Platz kommen. Selbiges wird mit den Sommerreifen danach auch passieren - dies war das erste mal, daher hab’ ich auch gleich alle Anfängerfehler mitgenommen, in guter alter Tradition.
Und mit der korrekten Vorne/Hinten-Ausrichtung fährt sich das Auto nun wieder butterweich, so wie es sein sollte.
Fazit: Ein Elektroauto ist etwas schwerer, aber ansonsten ist ein Reifenwechsel genau so, wie bei einem normalen Auto. Überprüfe ob die Vorder- und Hinterreifen dieselbe Größe sind wenn es neue Reifen sind. Nach dem Reifenwechsel im Bordcomputer den Druck wieder einstellen und gut ist.
Nächstes mal brauche ich hoffentlich keinen halben Tag mehr dafür.