Nasa's seven minutes of terror

Viele haben sicherlich mitbekommen, dass am 5. August um 22:31 PDT (05:31 GMT oder 07:31 CEST) die Curiosity  (siehe auch Mars science labratory) am Mars landet. Damit verbunden ist die PM-Kampagne 7 minutes of terror.

Die beste Kurzzusammenfassung ist "Mars in a Minute - How hard is it to land curiosity on mars?" (Link zu YouTube).

Vollautomatische Landung

Die Vorstellung, dass ein solcher Landevorgang noch immer durch Menschen mit Joystick und Tastatur und irgendwelchen futuristischen hast-du-nicht-gesehen Zeugs passiert, ist einfach gesagt FALSCH.

Selbst wenn der Mars der Erde am nächsten ist, trennen Erde und Mars etwa 0,524 AE (~7.84 10^7 km). Da die Lichtgeschwindigkeit die Obergrenze für jegliche Signalübertragung darstellt braucht ein Signal etwa 261 Sekunden zwischen Erde-Mars.

Zum Zeitpunkt der Landung sind Erde und Mars etwa 14 Lichtminuten voneinander entfernt. 14 Minuten nachdem der Joystick geschwungen wird, kommt das Signal bei der Sonde an. Und nach weiteren 14 Minuten bekommt der Pilot das Feedback seiner Bewegungen  - UNREALISTISCH!!

Demnach müssen Entscheidungen und Steuerung vor Ort passieren. Und da wir noch keine Menschen da hoch schicken können muss der gesamte Landungsvorgang vollautomatisch ablaufen.

7 Minutes of terror??!

14 Minuten. So lange benötigt bei gegebenen Erde-Mars Konstellation ein Signal vom Mars zur Erde und vice-versa. Der Landungsvorgang dauert 7 Minuten.

Sobald die ersten Daten der landenden Sonde auf der Erde eintreffen, ist die Sonde bereits seit 7 Minuten auf der Marsoberfläche - Entweder als Ganzes oder als rauchender Trümmerhaufen. Um herauszufinden, ob die Sonde entweder in einem brauchbaren Zustand, oder zerschellt ist, braucht es demnach die 7 minutes of terror, wie sie in der PM-Kampagne genannt werden.

.... Und beim Landungsvorgang kann eine Menge schief gehen ....

Donnerwetter. So ein Landungsvorgang kann ziemlich komplex sein! (siehe dieses PM-Video). Das Video beschreibt den Landevorgang viel besser als die untenstehende Liste - Sie kann jedoch als Orientierung für die Daten verwendet werden für Leute, die das SI-System gewöhnt sind 😉

  • Den richtigen Winkel zum Mars besitzen damit sie weder verglüht noch abprallt
  • Während der Hitzeschild abbrennt, mit einer Eintrittsgeschwindigkeit von ~5.800km/h Flugmanöver durchführen
  • Die Atmosphäre vom Mars ist mit einem Druck von (6 10^-3 bar) etwa 200-mal dünner als auf der Erde. Diese dünne Luftschicht ist ausreichend, um die Sonde auf eine Geschwindigkeit von etwa ~470m/s abzubremsen. Dazu muss die Sonde bei Überschallgeschwindigkeit die richtigen Flugmanöver durchführen, um von der Gravitation nicht als fallender Stein fehl-interpretiert zu werden
  • Der große Fallschirm wird aktiviert, um die Sonde weiter abzubremsen. lt. Nasa der größte und stärkste bisher gebaute Fallschirm für Überschall-Abbremsungen: Er muss eine Spitzenkräfte von ~300 kN (umgerechnet auf etwa 30t Gewichtskraft auf der Erde) auffangen. Der Fallschirm selbst wiegt um die 50kg  und hat einen Durchmesser von 15.68m. Es soll das gesamte Gerät von 470 m/s auf unter 100m/s abbremsen
  • Sobald der Fallschirm aufgeht, wird auch der verbrannte Hitzeschild abgeworfen, um damit den Skycrane freizugeben
  • Sobald der Abbremsvorgang mit dem Fallschirm auf unter 100 m/s abgeschlossen ist, wird der Fallschirm abgeworfen. Das restliche Gerät wird nun mir Raketentriebwerken abgebremst
  • Damit die Sonde nicht vom Fallschirm getroffen wird, sobald die Raketentriebwerke zünden, muss sofort nach dessen Zündung eine Seitwärtsbewegung erfolgen. Ein Zusammentreffen von Sonde mit herabrasenden Fallschirmteilen endet ungesund für beide Parteien!
  • In dieser Flugphase wird vom internen Radar die Landezone ermittelt
  • Die Raketen dürfen bei der Landung nicht zu nahe am Boden sein. Der aufgewirbelte Staub könnte die Bordsysteme beschädigen. Deswegen kommt der Skycrane zum Einsatz
  • Mit dem Skycrane wird der Rover 20m über dem Boden langsam zu boden gelassen. Der Skycrane selbst hat eine Reichweite von etwa 7m.
  • Die Kabel werden abgeschnitten. Nun ist das Raketenmodul jedoch direkt über dem Rover und würde auf diesen abstürzen. Daher muss das Raketenmodul noch eine letzte Bewegung weg vom Rover machen

Das alles wird bewerkstelligt durch 6 Fahrzeug-"Stufen", 76 Raketentriebwerke und etwa 500.000 LOC.

Auf dieser Seite findet ihr eine Grafik der NASA, die den Landungsvorgang sehr gut beschreibt.

Und selbst wenn das alles glatt läuft, gibt es auf dem Mars noch einige "Überraschungen": zum Beispiel verteufelte Sandstürme mit über 400km/h!!

 

Youtube-Links

Weiterführendes YouTube Material:

 

Wait WHAT?! Fische mit Hauptkrebs

Selbst Fische können Hautkrebs kriegen.

Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 15% der Korallenpopulation des Great Barrier Reefs mit Melanozytoblastomi (sofern man das bei Fischen auch so nennt) ausgestattet sind.

Wahrscheinlich ein bedauernswerter, nicht nennenswerter Zufall ist es, dass das Great Barrier Reef nahe dem antarktischen Ozonloch (5 größtes Ozonloch) ist.

Gefunden: hier.

Eigene Regeln für HTTPS-Everywhere erstellen

Heute zeige ich euch, wie man eigene Regeln für HTTPS-Everywhere erstellen kann. Wem HTTPS-Everywhere noch nichts sagt, der kann sich die Hardening-Seite anschauen.

In a nutshell: HTTPS-Everywhere ist ein Firefox Add-On, damit die Seiten, die eine verschlüsselte Verbindung unterstützen, diese auch benutzen.

Firefox-Profil-Ordner

Zunächst erstellen wir eine XML-Datei im Firefox-Profil-Ordner. Unter Ubuntu ist der üblicherweise im Home-Verzeichnis unter .mozilla/firefox und dort als kryptischen Ordner abgelegt (wo der Ordner unter Windows ist findet ihr weiter unten)

In meinem Fall ist es der Ordner t8r741yz.default.

Solltet ihr mit meiner Anleitung nicht weiterkommen, könnt ihr auf dieser Seite nachlesen, wo denn dieser Ordner ist.

HTTPS-Ruleset

Im Firefox-Profilordner ist ein Ordner HTTPSEverywhereUserRules. Also in meinem Fall

Dort erstellen wir eine passende XML-Datei: feldspaten.xml und füllen sie mit folgendem Inhalt

Die Zeilen Target host geben an, für welche Seite(n) die Regel gelten soll. Da ich sowohl "feldspaten.org" wie auch "www.feldspaten.org" unterstützen will, benutze ich zwei target hosts. Auch wildcards werden unterstützt (z.B. "feldspaten.*")!

Die Zeile "rule from" beinhaltet das eigentliche HTTPS als Javascript Regular Expressions.

Regular Expressions (kurz RegEx) sind ein sehr nützliches Werkzeug um eine kleine Grammatik zu definieren, nach der gematch werden soll. Die werden bei Suchanfragen oder eben hier bei kleinen Ersetzungsregeln gerne genutzt. Sie stehen in der Chomsky-Hierarchie an unterster Stelle und bilden eine reguläre Grammatik - damit wir auch noch einen kleinen Ausflug in die theoretische Informatik gemacht haben 😉

 

Und hier findet ihr die feldspaten.xml als Download, um sie in eure eigene HTTPS-Everywhere einzubinden.

 

Windows

Unter Windows ist der Pfad für die Firefox-Profile unter

im User-Verzeichnis. Vollständiges Beispiel in meinem Fall: Ich platziere die feldspaten.xml-Datei im Verzeichnis

quetzalcoatl ist mein Benutzername, 8z5fdwkm.default mein Profilordner. Beides entsprechend eurem System anpassen - fertig! 🙂

 

Weiterführende Links: HTTPS Everywhere Ruleset auf EFF

Sicherheitsratschläge für Firefox

Auf dieser neuen Seite habe ich versucht, ein paar praktische Ratschläge zusammenzustellen, um Firefox sicherer und brauchbarer zu machen.

Die Ratschläge decken die Folgenden Themenbereiche (wenn auch nur peripher)

  • Adblocker
  • SSL-Verschüsselung für HTTP
  • Tracking-Cookies

Die Seite ist im Aufbau, vor allem fehlt es noch an Grafiken die das ganze auflockern. Nichts desto trotz sollten die Inhalte so wie sie dastehen anwendbar sein.

Westeroscraft

Für alle Fantasy-Begeisterten Gamer habe ich heute etwas sehr Delikates gefunden. Wersteros wird von einer Gruppe in Minecraft implementiert!!

Bild von Maruku 2012

Das ganze nennt sich WesterosCraft und hat ein stattliches Ausmaß erreicht. Die Leute bieten auf ihrer Seite Downloads zu folgenden Städten an

  • Kings Landing (dt. Königsmund)
  • Harrenhal
  • Torrhens Square (dt. Torrhens Platz)
  • Winterfell

Da sie ausdrücklich darum bitten, den Content nur von Ihrer Seite aus zu verlinken, verzichte ich darauf. Geht einfach auf die Hauptseite von WesterorsCraft, dort auf den Blog, da findet ihr das ganze.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch gleich das Wiki dazu verlinken, das ihr hier findet.

Ich finde den Epos einfach nur grandios: Fantasy-Fans werden ihn genießen, verschlingen, lieben!

 

Viel Spass beim Spielen, Lesen, Schauen.

Seite: http://mc.westeroscraft.com/

OpenFireMap

Wunderschöner Sonntag morgen. Wunderbar um mit den ersten Experimenten an openfiremap zu starten!

Beispiel von openfiremap.org. Die Stadt Schnaittach (zu OpenFireMap wechseln).

OpenFireMap

OpenFireMap baut auf OpenStreetMap auf und erweitert dieses um nützliche Einträge, die feuerwehr- und rettungstechnisch relevant sind.
So können beispielsweise Hydranten, Gerätehäuser sowie Saugstellen digitalisiert und eingetragen werden.

Als Beispiel wird im offiziellen OpenFireMap-Wiki die Stadt Schnaittach (zu OpenFireMap wechseln) genannt, das gleichzeitig auch als Vorbild gelten kann. 🙂

Wie kann ich mitmachen?

Du brauchst:

Es funktioniert anscheinend auch mit dem iPhone (oder ähnlichen Apfelkisten). Ich habe mir sagen lassen, das Trails (Link geht zum App-Store) ein brauchbares Tool für das iPhone sein soll.

OSMTracker für Android

Erste Schritte mit dem Handy

Zunächst: GPS aktivieren.

Danach den OSMTracker starten und im Menü "New Track" wählen. Der OSMTracker beginnt nun mit dem Aufzeichnen eurer GPS-Position. Erst sobald ein brauchbares GPS-Signal empfangen wurde, werden die Schaltflächen freigeschaltet.

Wenn ihr nun herumläuft zeichnet er laufend die Wegpunkte auf, die anschließend auf dem Computer als zusammenhängender Weg erscheinen. Dies passiert automatisch, dazu braucht man nichts machen.

Auf dieser Seite (OpenStreetMap-Wiki) findet ihr einige Anleitungen, wie man spezielle Einträge auf einem Track hinzufügt.

Grundsätzlich gilt: Die aufgezeichneten Daten sind Rohdaten, die erst ausgewertet werden müssen. Sie werden so NICHT direkt übertragen, ihr könnt also ruhig Kommentare, Notizen ecc. hinzufügen. Die landen dann NICHT auf dem Server.

 

OK, ihr erhaltet so jetzt einen "Track", also einen Weg. Mit den Schaltflächen am OSMTracker auf eurem Android könnt ihr aber zusätzliche Markierungen einfügen.

Wie der Weg aussieht, seht ihr weiter unten, im Abschnitt "Bearbeitung mit JOSM"

Track aufgezeichnet. Was nun?

Wunderbar! Nun muss der Track noch als GPX exportiert werden. Im OSMTracker-Menü Stop&Save auswählen speichert den Track ab (und stoppt die Aufzeichnung). Nun kann man den Track anklicken, und einen Namen geben. Anschließend im Menü des Tracks auf "Export to GPX" klicken.

Die GPX Datei landet (bei mir zumindest) auf der SD-Card im Ordner osmtracker.

Am besten geht es, die Datei entweder mittels Dropbox, USB-Kabel oder (notfalls) per eMail auf einen Rechner zu übertragen. Wie ihr das macht, sei euch und eurer Kreativität überlassen. 😉

 

Am Computer verwende ich JOSM um die Daten zu bearbeiten. Ihr könnt natürlich verwenden, was euch am besten passt.

 

Bearbeitung mit JOSM

Das ist JOSM. JOSM ist freie Software und ein sehr brauchbares Tool, um für OSM zu "zeichnen". Der Ersteindruck täuscht. JOSM ist sehr einfach und intuitiv zu bedienen!

JOSM - Ein freier OpenStreetMap Viewer und Editor für Linux/Windows/MAC. Er ist in Java geschrieben.

 

Importieren von Daten

JOSM findet ihr hier. In JOSM öffnet ihr die zuvor erstellte GPX-Datei einfach mit Datei-öffnen. Was ihrnun  seht ist wahrscheinlich ein noch nicht recht viel aussagendes Wirr-Warr von Linien und Punkten. Das sind die getrackten GPS-Koordinaten.

So in etwa schaut ein nackt importierter Track aus.

Um den ganzen einen Sinn zu geben, könnt ihr im Datei Menü vorhandene OpenStreetMap-Karten als Layer hinzufügen. Das beudetet, dass Ihr eure Strecke aufbereits bestehenden Kartenmaterial sehen könnt. Damit lässt sich besser arbeiten.

Dazu einfach File->Download from OSM... Der voreingestellte Bereich reicht in der Regel aus.

Sieht doch gleich besser aus: Die aktuelle OSM-Map als zusätzlichen Layer hilft bei der Orientierung.

In der linken Toolbar könnt ihr nun einzelne Nodes hinzufügen. Damit lassen sich Strassen erstellen, oder einzelne Wegpunkte markieren. Einen Streckenzug könnt ihr mit ESC abbrechen.

Noch besser finde ich die Tastatur-Shortcuts.
Okey, kann ach daran liegen, dass man als Linux-Shell-Mensch grundsätzlich das Keyboard verwenden will, da das meiste einfach schneller geht! 😉

Die wichtigsten Shortcuts sind

  • A - "Add Node" - In den Knoten Zeichnen Modus wechseln
  • S - "Select tool" - Knoten selektieren/auswählen
  • F3 - Ausgewählte Knoten einer Kategorie zuweisen

Damit kommt man für's erste aus.

Tags setzen

Kernpunkt ist das Setzen von Tags: Damit werden Wegpunkte und ganze Wege mit Attributen versehen. Es gibt eine Vielzahl von Attributen, die ihr entweder mit F3 oder unter "Presents" im Menü findet.

Ein Kernpunkt ist das Benennen von Strassen: Dazu wählt ihr zunächst den Strassentyp aus (im Menü "Presents") und könnt anschließend in der rechten Toolbar einen weiteren Tag hinzufügen: Klickt auf "Add", wählt as Namen "name" und gebt den Strassennamen ein.
Für Fortgeschrittene: Benutzt den key highway mit entsprechendem value (z.b. residential) um Straßen zu markieren.

OpenStreetmap unterstützt übrigens Localizations:

  • name:de gibt den deutschen Namen an
  • name:en gibt den englischen Namen an
  • ecc.

 

Und die Hydranten?

Was uns noch interessiert ist wie man denn nun Hydranten hinzufügt:

Mit F3 findet ihr einen Eintrag "Fire Hydrant". Fertig 😉

Ein Knoten wird zum Hydranten. JOSM bietet dem Benutzer einiges an Einstellungsmöglichkeiten

JOSM selbst lässt den Benutzer schon recht viel zum Hydranten sagen:

  • Oberflut/Unterflurhydrant
  • Durchmesser
  • Druck
  • Anzahl an Anschlüssen
  • ecc.

 

Higgs Teilchen gefunden

Gratulation an die Jungs im CERN (cern.ch) für die Entdeckung des Higgs-Teilchens!!

ATLAS und CMS haben beide si -Grenze (5-sigma Grenze) erreicht, bei der man von einer Neuentdeckung eines Teilchens sprechen kann. Das Higgs-Boson wurde in Bereich von entdeckt.

Die Daten werden zwar noch offiziell bearbeitet, da es aber bereits frühere Hinweise auf das Teilchen gegeben hat, glaube ich dass ein gesunder Optimismus hier durchaus angebracht ist 😉

Proton-Proton Kollision, das zwei hochenergetische Photonen erzeugt (rote Traces).
Quelle: [Direktlink], [Link zu Cern public]
Den vollständigen Presseartikel findet ihr hier. Das Bild stammt übrigens von
http://public.web.cern.ch/public/

 

Addendum

Und für so ein kleines Sch***erchen braucht man nur die größte Maschine der Welt:

Ein 26.659 m langes Doppelrohr, das etwa 100m tief unter Genf begraben ist. Der LHC selbst liegt dabei auf französischem und Schweizer Terrain.
Übrigens: Im CERN selbst gilt weder Schweizer noch französisches Recht. Die UNESCO hat das Gebiet als extraterritoriales Gebiet deklariert! [1]

Geografische Lage des LHC. cc-by-sa
diverse contributors; mashup by User:Zykure
Source: Wikimedia

Der LHC - ein Synchrotron

Um die Teilchen auf der Bahn zu halten, werden etwa 9.000 Magnete verwendet. Bei Synchrotron-Beschleuniger (un der LHC ist einer, siehe dazu Wikipedia: Synchotron) werden zur starken Fokussierung des Teilchenstrahles jeweils zwei Magnete mit alternierenden Feldgradienten eingesetzt.

Die Fokussierung erfolgt mittels aufeinander folgenden Paaren von Dipol- und Quadrupolmagnete. Die Dipolmagnete halten die Protonen auf der Kreisbahn, während die Quadrupolmagnete den Strahl fokussieren:

Feldlinien eines Quadrupolmagnetfelds

 

Gemäß der Lorentzkraft erfährt das Proton eine Kraft in x- und in y-Richtung, wobei die Vorzeichen der beiden Kräfte immer entgegengesetzt ist. Die Folge ist, dass eine radiale Fokussierung eine vertikale Destabilisierung bewirkt und umgekehrt: Wenn man den Strahl in y-Richtung stabilisieren will, wird er in x-Richtung "aufgeweicht" und umgekehrt. Daher bedarf es immer paarweise entgegengesetzt gerichtete Quadrupolmagnete, um den Strahl sowohl radial, wie auch vertikal zu stabilisieren.

 

Cooler Ort

Die Rohre selbst werden dabei mit 10.000 t (!!!) flüssigem und 120 Tonnen He auf etwa 1.9 K gekühlt - sogar die kosmische Hintergrundstrahlung ist mit berechneten 3 K "wärmer".

Bei ihrem Flug erreichen die (armen?) Protonen etwa 99.9999991% der Lichtgeschwindigkeit (). Diese Geschwindigkeit wird voraussichtlich erst in ein paar Jahren erreicht werden, da die Energie des LHC langsam erhöht wird - Der LHC wird laufend gewartet, getestet und entwickelt.

Es werden immer wieder technische Zyklen eingelegt, bei dem Erfahrungen von vorhergehenden Experimenten zusammengetragen werden und die Maschine entsprechend optimiert wird. Der LHC "reift" langsam, und kann erst in ein paar Jahren eine volle Leistung von 7 TeV pro Beam erbringen.

Dass diese Zyklen dringend gebraucht werden, zeigen einige vorhergehende Zwischenfälle, wie etwa der am 19. September 2008 - als ein kleiner Teil der Supraleitung zusammengebrochen ist und 53 supraleitende Magnete beschädigt wurden [2]

Quelle: Cern

Das Grid

Um die immensen Datenmengen (wir sprechen von einigen 1.000 DVD pro Tag !!) auswerten zu können, bedient sich CERN über das GRID - einem Pionier der heutigen verteilte Systeme Architekturen [3]. Das Grid verteilt seine Rechenarbeit auf eine große Anzahl an Computern - und jeder kann daran teilnehmen:

Über BOINC und dem LHC@home Projekt einfach anmelden und schon wertet dein Computer Daten für das CERN aus 🙂

BOINC läuft im Hintergrund und benützt den sonst nicht verwendeten Teil des Prozessors für die Rechenarbeit. Davon merkst du (fast) nichts - auf meinen Rechnern läuft BOINC seit einigen Jahren. Außerdem erstellt er ein paar sehr coole Screensaver:

Seti@Home ist eines der GRID-Projekte die über BOINC unterstützt werden können. Wir sehen eine fast-Fourier-Transformation von Signalen, die in Echzeit über den Bildschirm flackern.
Quelle: BOINC Screenshots

Ein paar interessante Links dazu:


[1] http://www.lhc-facts.ch/index.php?page=geographie
[2] http://www.lhc-facts.ch/index.php?page=magnetfeld
[3] http://public.web.cern.ch/public/en/lhc/Computing-en.html

Sage: Hermite Polynome

Hintergrund

Wie aus der Quantenmechanik bekannt, bilden die Hermite-Polynome (inklusive einer einhüllenden Gauss-Kurve) die Wellenfunktions-Lösungen zu den Energieeigenwerten des harmonischen Oszillators:

Die Lösungen dazu werden durch folgende Differentialgleichung bestimmt

Die Lösungen dieser DGL sind die Hermite-Polynome, welche durch die folgende Rodriguez-Formel berechnet werden können

n gibt dabei gleichzeitig auch die Anzahl an Nullstellen an, was an folgendem Beispiel
für n = 7 ersichtlich ist:

Hermite Polynom der Ordnung 7. Zu beachten: Im harmonischen Oszillator werden die Hermite-Polynome noch mit einer einhüllenden Gauß-Funktion multipliziert! Daher ist im harmonischen Oszillator die Aufenthaltswahrscheinlichkeit nahe dem Nullpunkt größer als am Rande.

 

Zusammenfassung

Die stationären Wellenfunktions-Lösungen zu den Energieeigenwerten sind gegeben durch eine einhüllende Gauss-Funktion und durch Hermite-Polynome im Inneren.

Ich habe ein zugehöriges Sage-Worksheet erstellt, mit dem ihr ganz einfach Hermite-Polynome erstellen könnt. 🙂

Download

Die Definition der Hermite-Polynom lautet wie folgt

x = var('x')
def Hermite(n) : return (-1)**n * e**(x^2/2) * (e**(-x**2/2)).diff(n)

Notiz: ** in Python (und dmait auch in Sage) ist das Hoch-Zeichen. 2**2 bedeutet demnach und ist gleich 4

Den Download des gesamten Sage-Worksheets findet ihr hier.

HTTP-Darstellung gefixed

Hey, interessante Neuigkeiten.

Wenn man in WordPress die Stamm-URL mit https:// angibt, gibt's bei meinem self-signed Zertifikat Probleme mit der Darstellung im normalen http-Modus.

Problem erkannt und gefixed 🙂

Kurz erklärt:

  • HTTP, oder Hypertext transfert protocol, ist das Protokoll, das dir die Seite anzeigt. Version 1.1, siehe auch RFC2616
  • HTTPS ist, einfach ausgedrückt, verschlüsseltes HTTP. Das Protokoll, das eure ganzen Kreditkartennummern und Bankdaten schützen (soll)

 

PowerDNS und .local domain

In unserem Heimnetzwerk soll nun jeder Computer einen eigenen DNS-Eintrag im internen DNS-Nameserver erhalten.

Heute wollen wir PowerDNS mit PowerAdmin konfigurieren.

Voraussetzungen:

  • PowerDNS mit PowerAdmin (Backend ist egal)
  • Grundlegende DNS Kenntnisse
  • Funktionierender, konfigurierter PowerDNS (dieser Artikel ist hilfreich für Debian Systeme)

First attempt

Der erste Versuch eine .local Domäne anzulegen schlägt mit folgender Meldung fehl:

Ein Hobby-Admin lässt sich von solchen lächerlichen Meldungen natürlich nicht abhalten.

Lösung

Wir editieren die Datei /inc/config-me.inc.php im PowerAdmin Verzeichnis (auf dem Webserver) und finden dort die folgende Line

Die Line zwingt PowerAdmin zu überprüfen, ob es sich um eine strikt gültige Top-Level-Domain (tld) handelt und wirft eine eingegebene Adresse zurück, wenn dies nicht der Fall ist. Die 1 wird 'ne 0 und schon war's das!

Anschließend kann, wie gewohnt eine local-Domäne erstellt, und Records hinzugefügt werden.

 

Viel Spass!